2013
Es ist 2013.
Es ist spät und wir laufen zur Bib. Über den Parkplatz und ich muss über den Zaun springen, damit du mir nicht aufhalst. Draußen dunkelt es aber das Licht hier drinnen schlägt einem direkt ins Gesicht
die Wärme ist subtil aber überall
zu Hause gibt es kein Licht mehr, weil du sagst
es ist 22 Uhr und ich darf kein Licht mehr haben, weil wir den Planet retten müssen,
Also, wenn es so spät ist zu Hause setze ich mich auf dem Bett mit der Kurbeltaschenlampe und drehe, drehe, drehe, die Augen zusammengekneift, damit ich im Dunkeln trotzdem die Chemie noch sehen kann.
Oder sonst wenn ich zuviel gegessen habe, damit die Ziffer auf der Waage um zwei Unzen höher sind und über den nächsten 14 Pfund kriechen, dann muss ich hin und her gehen, in Kreisen um mein Zimmer, ohne Licht, damit ich, wenn ich morgen Glück habe, Frühstück oder Mittagessen essen darf.
Aber hier in der Bib gibt es Licht überall vorhanden und ich kann die Bücher die meinem Tisch überdecken klar sehen, es gibt Gleichungen die übereinander über den Blättern purzeln, und ich versuche, darauf zu konzentrieren, darauf einzugehen bis ich eingesaugt werde und die Bücher selber riechen wie Sägemehl und sind leicht verfärbt, gelblich und verlassen einen leichten, unsichtbaren Staub auf meinen Fingern zurück.
Und ich fülle meinen Kopf mit Wissen und lerne und lerne und lerne und die Tische und die Bücherreihe kommen mir vor wie ein Zuhause, ein sicherer Ort, sogar nach der Kneipe, um 3 Uhr früh
als ich hineinstolpere, mit Wodka und VKs völlig überdeckt aber komplett nüchtern und der Sicherheitsbeauftragter sieht mir verdächtig an, als ob ich eine Betrunkene bin, hier um Ärger zu machen aber ich bin hier einfach um von den Gleichungen, von den Summen in doe Arme genommen zu werden, nach so vielen Armen, Händen, die auf dem Tanzplatz nach mir gegriffen haben, gierig, als wäre ich nur objektiv.
Als wäre ich kein lebendiges Wesen, das zur Musik bewegen will, und niemand will sowieso mit einer Nüchtere tanzen gehen also
Bleibe ich jetzt normalerweise zu Hause und tanze stattdessen zur Radio auf dem kargen Holzboden zwischen dem Bett und das Fenster, hin und her in dem kleinen Platz bis spät in der Nacht.

